Mietrecht – Kündigung durch den Vermieter bei Schadensverursachung durch Mieter?

Verursacht der Mieter einen Schaden, weil er versehentlich eine Wasser­leitung angebohrt hat, dann recht­fertigt das nicht in jedem Fall eine Kündigung des Mietverhältnisses per se.

Ein solches Verhalten hatte im März 2017 das Amtsgericht in München zu entscheiden. Nach dem Urteil des AG München eine Anbohrung der Wasserleitung nicht automatisch eine nicht unerhebliche Pflicht­verletzung (Amtsgericht München, Urteil vom 09.03.2017, Az. 424 C 27317/16). Auch dann nicht, wenn der entstandene Wasser­schaden erheblich ist.

In dem vom Amtsgericht München zu entscheidenden Fall hatte die Vermieterin dem Mieter gekündigt, welcher die Wasserleitungen angebohrt hatte und einen Schaden in Höhe von EUR 7.400,00 verursacht hatte.

Das Amtsgericht München stellte sich in seiner Entscheidung auf die Seite des Mieters und teilte mit, dass die Kündigung nicht gerechtfertigt sei.

Durch die Regulierung der Versicherung entstünde der Vermieterin kein Schaden. Dass die Regulierung durch die Versicherung Zeit in Anspruch nehme, könne dem Mieter nicht angelastet werden.

Wenn wie im vorliegenden Fall von einfacher Fahrlässigk­eit auszugehen ist und nicht von einer schweren Pflicht­verletzung, dann sei eine Kündigung des Mietvertrages nicht rechtens.