Rechtsratgeber Erbrecht – Das Berliner Testament. Begrifflichkeit und Musterschreiben

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Das Berliner Testament bietet ihnen unter den Ehepartnern die größtmögliche gegenseitige Sicherheit. Verstirbt einer der Partner, so erbt der zweite das gesamte Vermögen.

Wenn keine weiteren Erben vorhanden sind, kann der Überlebende frei über das Erbe verfügen.

Die Kinder und die weiteren Erben in der gesetzlichen Erbfolge erhalten im Regelfall beim Berliner Testament zunächst nicht. Das Berliner Testament setzt dabei voraus, dass diese berechtigten Erben auf den Pflichtanteil verzichten. Sie werden zu Schlusserben nach dem Ableben des zweiten Elternteils und beerben diesen.

Durch das gemeinschaftliche Ehegattentestament („Berliner Testament“) begünstigen sich die Ehegatten gegenseitig. Meist ist beabsichtigt, dass der Überlebende auf dem vor dem Todesfall gewohnten Lebensstandard weiterleben kann. Das Berliner Testament ist deshalb so beliebt, weil die Ehepartner sich gegenseitig beerben können. Die Kinder werden in diesem Fall zunächst enterbt und von der Erbfolge ausgeschlossen.

Wie kann man ein Berliner Testament rückgängig machen?

Bei einem Berliner Testament existieren zwei Erblasser. Der Widerruf der gemeinschaftlichen Verfügung von Todes wegen muss demnach in der Regel eine gemeinsame Entscheidung sein. Maßgebend ist diesbezüglich § 2271 BGB.

Demnach kann ein gemeinschaftliches Testament zu Lebzeiten beider Ehegatten nicht einseitig durch einen Erblasser aufgehoben werden.

So können die beiden Ehegatten ihr gemeinsames Testament nur gemeinsam widerrufen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, es rückgängig zu machen, indem ein Partner dem anderen Erblasser gegenüber eine entsprechende notarielle Erklärung abgibt. Sobald der erste Erbfall eingetreten ist, besteht keine Möglichkeit auf einen Widerruf mehr. Folglich ist die Bindungswirkung nicht zu unterschätzen.

Ein Muster zum „Berliner“ Testament finden Sie in Kürze auf unserer BLOG Seite unter der Rubrik „Muster & Vorlagen“.